BDPK Gespräch mit Vertretern der DRV Bund am 11.01.18

Am 11.01.18 fand ein Gespräch zwischen Frau Gross, Frau Dr. Weinbrenner, Frau Dr. Ostholt-Corsten, Herrn Konrad und Herrn Dr. Hansmeier (alle DRV Bund) und Vertretern des BDPK zur Strukturqualität, MBOR und Vergütung statt. Über die Inhalte wurde vom BDPK wie folgt berichtet:

Anträge und Bewilligungen

Es wurde berichtet, dass die Rehaanträge zurückgegangen, die Bewilligungen jedoch nicht im gleichen Maße rückläufig seien. Die Studie, die Ursachen für den Antragsrückgang ermitteln soll, ist noch nicht fertig gestellt. Die DRV Bund denke über andere Zugangswege nach. Sie überlegen ein Modellprojekt zum Zugang über Arbeitgeber zu entwickeln.

Strukturvorgaben

Die Überarbeitung der Personalvorgaben soll 2018 abgeschlossen werden. Zusätzlich werden Personalvorgaben für Kinder- und Jugend- sowie psychosomatische Rehabilitationsmaßnahmen entwickelt. Die Stellungnahme des BDPK wurde in einigen Punkten berücksichtigt. So werden zukünftig Psychologen und psychologische Psychotherapeuten als eine Funktionsgruppe behandelt.

Da die Qualitätssicherungsinstrumente hinsichtlich der Ergebnismessung noch nicht so ergiebig sind, wird an den Personalvorgaben festgehalten. Diese seien jedoch nur Anhaltzahlen, kein „Umsetzungsmuss“. Neue Stellenpläne werden mit den Einrichtungen besprochen. Die Personalvorgaben gelten grundsätzlich nur für DRV-Patienten. Anteile von GKV-Patienten werden bei der Bemessung entsprechend flexibel berücksichtigt. Die DRV Bund wird dieses deutlicher kommunizieren.

Qualitätsorientierte Belegung

Bevor das Pilotprojekt startet, möchte die DRV Bund die Auswirkungen untersuchen. Es sollen keine Kliniken „hinten runterfallen“.

Ergebnisqualität

Die DRV Bund arbeitet, wie auf der IQMG-Jahrestagung berichtet, an Instrumenten zur Messung der Ergebnisqualität. Dafür erfolgen derzeit Projekte zur Risikoadjustierung des sozialmedizinischen Verlaufs und der Patientenzufriedenheit. Bei der Rehabilitandenbefragung soll es eine Mehrpunktmessung geben. Das Pilotprojekt startet voraussichtlich im 2. Quartal. Zudem wurde ein Expertenbeirat eingerichtet, der eine Vergleichbarkeit mit internationalem Standard herstellen soll.

MBOR

Die Projektgruppe PG Verk erarbeitet derzeit eine einheitliche Vergütungssystematik aller DRV-Träger für MBOR-Leistungen.

Die Vergütung für MBOR-Leistungen werden 2018 auf dem derzeitigen Verhandlungsstand je nach Antragstellung um bis zu 2,97% erhöht.

Sollten sich bei der Qualitätssicherung aufgrund von MBOR-Leistungen in Verbindung mit Reha-Therapiestandards zu viele therapeutisch sinnvolle KTL-Leistungen ergeben, fließt dies nicht negativ in die Klinikbewertung ein.

Vergütung

Die DRV arbeitet derzeit an der Weiterentwicklung eines transparenten und nachvollziehbaren, rentenversicherungsweiten Vergütungssystems. Es wird zugesagt, dass Vorstellungen des BDPK hierzu in den Diskussionen berücksichtigt werden.

Für Nachsorgeleistungen soll es ebenfalls eine trägerübergreifende Vergütungssystematik geben, die sich derzeit noch in der Abstimmung befindet.

Derzeit erhalten Einrichtungen keinerlei Vergütung bei Unterbrechungen der Maßnahme aufgrund interkurrenter Erkrankungen. Nicht immer ist es der Einrichtung möglich, das Bett neu zu belegen. Bei der Einrichtung fallen sog. „Freihaltekosten“ an. DRV Bund wird das Anliegen der Leistungserbringer in den entsprechenden Gremien thematisieren.

Wahlleistungen

An der Vorgabe, keine Wahlleistungen für DRV-Patienten zu gestatten, wird festgehalten.

2018-02-13 Abgestimmtes_Ergebnisprotokoll_Gespraech_DRV_Bund-BDPK_am_11.1.18_final