BMG fördert Forschungsprojekte zu Antibiotikaresistenz
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will in den nächsten Jahren verstärkt Forschungsprojekte zu Antibiotikaresistenz, Hygiene und Nosokomialen Infektionen fördern. Um die Forschungszuschüsse können sich Träger und Einrichtungen des Gesundheitswesens, eingetragene Vereine, staatliche und nichtstaatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bewerben.
Laut BMG erkranken in Deutschland jährlich circa 400.000 bis 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen, schätzungsweise 7.500 bis 15.000 sterben daran. „Die Behandlung der Infektionen wird durch die steigende Zahl antimikrobiell resistenter Erreger zunehmend erschwert“, heißte es dazu aus dem Ministerium. Durch geeignete Präventionsmaßnahmen wäre ein bedeutender Teil der Infektionen und Todesfälle vermeidbar.
Daher hat das BMG bereits 2008 eine ressortübergreifende Strategie – die Deutsche Antibiotikaresistenz-Strategie (DART1) – ins Leben gerufen. Der Gemeinsame Wissenschaftliche Beirat (GWB) des BMG hat den aktuellen Forschungsbedarf im Bereich der Antibiotika-Resistenz auf Basis der DART präzisiert und prioritäre Handlungsfelder identifiziert.
Aufbauend auf den Empfehlungen des GWB beabsichtigt das BMG die Förderung von Forschungsvorhaben in den Themenfeldern Outcome-orientierte Interventionsstudien, Qualifizierung von Fachkräften, Modellprojekte zur sektorübergreifenden Versorgung zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen und nosokomialen Infektionen sowie Weiterentwicklung der Qualitätssicherung. Die Förderung kann sich über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten erstrecken. Die Projekte sollen im ersten Quartal 2012 starten.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
