VPKBB
6. September 2010 
28. Juli 2010

Barmer GEK lobt Leistungsfähigkeit der Kliniken

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker, hat die Leistungsfähigkeit der deutschen Krankenhäuser gelobt. Der heute in Berlin vorgestellte Report Krankenhaus 2010 zeige, dass „Teilhabe am Therapiefortschritt und steigender Versorgungsbedarf in der gesetzlichen Krankenversicherung sehr gut vereinbar“ seien.

Laut dem Report, dessen Schwerpunkt Trends in der Endoprothetik von Hüft- und Kniegelenk ist, wurden zwischen 2003 und 2009 rund 1.379.000 Hüftgelenks- und 1.013.000 Kniegelenks-Operationen vorgenommen, davon allein im vergangenen Jahr gut 209.000 Hüft- und 175.000 Knieprothesen. 2,9 Milliarden Euro habe die gesetzliche Krankenversicherung 2009 allein für die stationäre Behandlung ausgegeben, zuzüglich rund 550 Millionen Euro für Implantatwechsel. Medizinische Rehabilitation und ambulante Nachbehandlungen seien in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.

Insgesamt seien die Fallzahlen von Hüft-Operationen seit 2003 um 18 Prozent gestiegen, die Zahl der Knie-Operationen um 52 Prozent. „Die gewaltige Steigerung von Hüft- und Knie-Implantationen hat einen hohen Preis“, sagte Schlenker heute in Berlin. Hier müsse die Frage gestellt werden dürfen, ob durch eine zu breite Indikationsstellung bereits eine Tendenz zur Überversorgung bestehe.

Gleichzeitig sank aber die Verweildauer je Krankenhausaufenthalt bei diesen Indikationen seit 1990 um rund 37 Prozent von 13,4 auf 8,5 Tage. Nach Meinung der mit der Durchführung beauftragten Wissenschaftler vom Hannoveraner Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) ist dies ein Beleg für die Effizienzsteigerung in der deutschen Krankenhausversorgung in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

Dem stimmte auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu. „Die Barmer belegt eindrucksvoll, wie stark die hochwertige Patientenversorgung in den Krankenhäusern von der Bevölkerung gebraucht wird“, kommentierte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum den Report. Dieser zeige, dass auch für den Einsatz von Hüft- und Knieprothesen unabweisbarere Leistungsbedarf bestehe. Vorschnelle Behauptungen, die Kliniken würden zur Leistungsausweitung beitragen würden durch den Bericht fundiert widerlegt. Umso bedenklicher seien die von der Koalition geplanten milliardenschweren Kürzungen zu Lasten der Kliniken. Diese könnten „nicht die demographie- und fortschrittsbedingten Morbiditätslasten aus der Substanz aufbringen“. Baum forderte erneut, das „rigide Kürzungsprogramm“ zu überabeiten.

Der Krankenhausreport 2010 der Barmer GEK steht im Internet in voller Länge zum Download bereit.

Quelle: www.bibliomed.de



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