VPKBB
20. Mai 2012 

Erneut deutliche Kritik am Pflege-TÜV

Laut Bibliomed Verlag hält die Fachkritik am Pflege-TÜV  beständig an:

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat erneut das Aus für den sogenannten Pflege-TÜV gefordert. Wenn der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Pflege-Transparenzvereinbarungen nicht schnellstmöglich aufkündige, werde es weiterhin keine echten Verbesserungen für die Pflegequalität geben, sagte die Ministerin gestern in München. Auch die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe der Diözese Münster kritisierte, dass ein Prüfverfahren zur Qualität von Einrichtungen nutzlos sei, wenn Pflegebedürftige und Angehörige den Ergebnissen nicht vertrauen könnten. 

Der seit seiner Einführung unter scharfer Kritik stehende Pflege-TÜV weise Schwachstellen auf, die sowohl von den Ländern als auch von Verbänden, Wissenschaft und Medizinischen Diensten der Krankenversicherung angezeigt worden seien, teilte das bayerische Sozialministerium gestern in München mit. Bis zum 30. Juni müsse die Kündigung des mit den Leistungserbringern vereinbarten Systems ausgesprochen sein, um die Vereinbarungen zum Jahresende auslaufen lassen zu können. „Der GKV-Spitzenverband will an dem unter der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt völlig falsch aufgesetzten und viel zu dokumentationslastigen Pflege-TÜV festhalten und gibt die Möglichkeit einer Veränderung aus der Hand“, sagte Haderthauer. Die Hoffnung, die noch nicht vorliegenden aber angekündigten Ergebnisse einer Evaluation auf dem Verhandlungswege umzusetzen seien naiv. Verbraucher könnten sich auf die derzeitigen Noten nicht verlassen. „Wenn der Spitzenverband weiterhin als einzige Verbesserungsvorschläge untaugliche Luftnummern und Rechenspielchen macht, werden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bald gar nicht mehr nachvollziehen können, wie die Note zu Stande kommt“, so die Ministerin.

Kritik an den Transparenzprüfungen übte auch die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe der Diözese Münster. Ein Prüfverfahren, dessen Ergebnissen Pflegebedürftige und Angehörige nicht vertrauen könnten, sei nutzlos. Im gegenwärtigen Verfahren werde der Dokumentation mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Überprüfung der Lebensqualität der Bewohner. Die Arbeitsgemeinschaft fordert eine grundsätzliche Überarbeitung des Prüfsystems mit dem Ziel: „Die Ergebnisse zu beschreiben statt in Schulnoten eine Vergleichbarkeit vorzutäuschen“.

Quelle: www.bibliomed.de

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